abacus – FAQ

Häufig gestellte Fragen  

Im Folgenden haben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) für Sie zusammengestellt. Sie können bei Ihrer Informationssuche natürlich auch die Suchfunktion am rechten Seitenrand benutzen.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Die TOP-TEN-KRITERIEN für dezentrale Heizsysteme

Welche Kriterien sprechen besonders für dezentrale Hallenheizsysteme?

Für welche Nutzungszwecke sind dezentrale Heizungssysteme sinnvoll?

Wie verhalten sich dezentrale Hallenheizsysteme im Hinblick auf Investitions- und Energiekosten?

Worin unterscheiden sich zentrale und dezentrale Heizsysteme in Hallen?

Wie kommt thermische Behaglichkeit für den Menschen zustande?

Was ist der Unterschied zwischen Raumtemperatur und Lufttemperatur?

Wie geschieht der Wärmetransport in Großräumen?

Worin unterscheiden sich Hallengebäude von Wohngebäuden?

Hallen können zunächst definiert werden als überwiegend gewerblich genutzte Gebäude oder Teile solcher Gebäude, bestehend aus Großräumen mit Raumhöhen von etwa 4m und höher. Darunter zählen Fertigungs- und Montagehallen, Werkstätten, Ausstellungs- und Verkaufsräume, Lager- und Logistikhallen, Sporthallen, Kirchen etc.

Verglichen mit Wohngebäuden ist das Verhältnis der wärmeübertragenden Hüllfläche zum Raumvolumen bei Hallengebäuden signifikant kleiner. Darüber hinaus sind bei Hallengebäuden durch das Fehlen von Zwischenwänden und Zwischendecken die Masse und Wärmekapazität des Baukörpers im Verhältnis zu Raumvolumen und Hüllfläche deutlich niedriger. Betrachtet man nur den Baukörper, so haben Hallengebäude eine geringe thermische Zeitkonstante: sie lassen sich schnell aufheizen, kühlen aber nach Abschaltung der Heizungsanlage auch schnell wieder aus. Das reale Zeitverhalten von Hallengebäuden wird jedoch ganz wesentlich durch den Nutzinhalt des Gebäudes bestimmt (Erhöhung der wirksamen Wärmespeicherfähigkeit z.B. durch Maschinen, Einrichtungen, Lagergut). Die Nutzung von Hallengebäuden wird durch die darin verrichteten Arbeitszeiten bzw. die Aufenthaltszeiten von Personen bestimmt. In der Regel (z.B. in einem einschichtigen Fertigungsbetrieb oder in einer Turnhalle) überwiegt die Nichtnutzungszeit deutlich die Nutzungszeit des Gebäudes.

Welche besonderen Fragen treten bei der Beheizung von Hallengebäuden auf?

Es kommt bei der Planung und Errichtung einer Hallenheizungsanlage nicht nur darauf an, eine bestimmte Wärmeleistung zu installieren, sondern diese auch im Aufenthaltsbereich der Menschen und zum richtigen Zeitpunkt wirksam werden zu lassen. Dabei sind die folgenden Parameter des Gebäudes und der Nutzung zu berücksichtigen:

a. Welchen Einfluss hat die Hallenhöhe auf die Raumtemperatur?
Mit zunehmender Hallenhöhe ist der Wahl des richtigen Beheizungssytems eine noch größere Bedeutung beizumessen. Aufsteigende Wärme, bedingt durch den thermischen Auftrieb, kann heutzutage durch geeignete Strahlungs- und Warmluftsysteme vermindert werden. So wird kein unerwünschtes Wärmepolster im Deckenbereich entstehen.

b. Welche Rolle spielt der Luftwechsel in Hallengebäuden?
Lange offenstehende Tore (z.B. bei Verladeprozessen) oder produktionsbedingte Luftwechsel zur Abfuhr von Schweißgasen oder anderen Dämpfen können zu hohen Lüftungswärmeverlusten in Hallen führen, die mit steigender Lufttemperatur steigen und die Transmissionsverluste des Gebäudes deutlich übersteigen können. Das Heizungssystem muss schnell auf Wärmesenken wie aber auch auf das Auftreten innerer Wärmequellen reagieren und einen Ausgleich schaffen.

c. Welche Bedeutung hat die räumliche Auslastung des Hallengebäudes?
Zeitweise werden in Hallengebäuden nur Teilbereiche (z.B. Teilflächen oder einzelne Arbeitsplätze) genutzt oder es sind für verschiedene Nutzungen mehrere unterschiedliche Temperaturzonen erforderlich. Mit zentralen Heizungssystemen sind solche räumlichen Teilnutzungen kaum wirtschaftlich zu beheizen.

d. Welche Rolle hat die zeitweise Nutzung (Beschäftigungsschwankungen /Schichtbetrieb)?
Wenn das Gebäude z.B. nur 40 von 168 Wochenstunden genutzt wird, spielen Aufheiz- und Abkühlvorgänge in der Jahresenergiebilanz eine ganz wesentliche Rolle. Dezentrale Heizsysteme mit ihrer sehr geringen thermischen Trägheit spielen hier ihren großen Vorteil gegenüber zentralen Heizsystemen in Hallen aus: sie bringen die Wärmeleistung punktgenau dann und dorthin, wo sie wirklich gebraucht wird. Wärmeträgersysteme wie Wasser oder Dampf entfallen bei der dezentralen Heizung, es entstehen keine Stillstands- und Verteilungsverluste. Lange Aufheizzeiten sind ein gravierender Faktor der Energieverschwendung in Hallengebäuden, diese werden durch dezentrale Systeme auch weitestgehend vermieden. Dezentrale Heizsysteme bieten, im Gegensatz zu den zentralen Systemen, die Möglichkeit einer Komplettabschaltung der Anlage außerhalb der Nutzungszeit bei gleichzeitigem Temperaturabsenk- bzw. Frostschutzbetrieb. Eine permanente Bereitstellung von Fernwärme, Warmwasser oder Dampf mit dem daraus resultierenden Energieverbrauch ist nicht erforderlich.

Was ist nach EnEV und dem EEWärmeG besonders zu beachten?

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz schreibt seit dem 01. Januar 2009 in Deutschland für Neubauten die Nutzung eines bestimmten Anteils erneuerbarer Energien (Solarstrahlung, Geothermie, Umweltwärme, Biomasse) für die Deckung des Wärmeenergiebedarfs (Heizung, Kühlung, Warmwasser) vor. Direktbeheizte Warmluft- und Lüftungssysteme haben die Möglichkeit, erneuerbare Energien in Form von Biomasse (Pellets, Hackschnitzel), Solar- Luft-Kollektoren und Umweltwärme (Wärmepumpen- Warmluft-Kombinationsanlagen) zu nutzen, um dieses Gesetz zu erfüllen und ihren Beitrag zur CO²-Reduzierung aktiv zu leisten. Ferner besteht grundsätzlich die Möglichkeit, durch „Ersatzmaßnahmen“ (§ 7 EEWärmeG) neben der Nutzung von Abwärmepotentialen „Maßnahmen zur zusätzlichen Einsparung von Energie“ vorzunehmen. In diesem Fall müssen eine verbesserte Wärmedämmung der Gebäudehülle und der Primärenergiebedarf des Gebäudes das EnEV-Anforderungsniveau um 15% unterschreiten. Effiziente dezentrale Hallenheizungen erfüllen, ja übererfüllen bei neuen Gebäuden in den meisten Fällen diese verschärften Bedingungen in Kombination mit gutem baulichen Wärmeschutz und energiesparender Beleuchtung. Der Nachweis der Übererfüllung der EnEV um 15% im Sinne des EEWärmeG erfolgt automatisch in Form des neuen, erweiterten Energieausweises, der mit der EnEV zum 01. Oktober 2009 eingeführt wurde.

Moderne dezentrale Hallenheizsysteme wie Hellstrahler, Dunkelstrahler oder Warmlufterzeuger überzeugen ferner durch ihren schadstoffarmen Betrieb gemäß der novellierten BImSchV.